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Biomineralisation
    


Biomineralisation

 Dr. Paul Simon



 

Unter Biomineralisation versteht man die Bildung anorganischer Festkörper (Biominerale) als Folge von Zelltätigkeiten in Organismen. Biomineralisation ist so alt wie das Leben auf der Erde und unterliegt einem Evolutionsprozess, der zu kontinuierlicher Optimierung der gebildeten Materialien führt. Natürliche Biominerale wie Knochen und Zähne stellen Verbundwerkstoffe aus einem überwiegend anorganischen Anteil (Hydroxylapatit) und einem organisch-biologischen Anteil (Kollagen) dar. Während der mineralische Anteil die Festigkeit beisteuert, sorgt die organische Komponente für Flexibilität. Das biomimetische System Fluorapatit-Gelatine eignet sich ausgezeichnet für das Studium von Wachstumsschritten, die eine große Ähnlichkeit zur Knochen- bzw. Zahnbildung aufweisen. Obwohl sich das biomimetische System unter Ausschluss von Zellaktivitäten im Reagenzglas entwickelt, zeigt es doch alle Aspekte der komplexen Entstehung von Biomineralen wie Metastabilität, Selbstorganisation, Selbstähnlichkeit, fraktale Musterbildung, Hierarchie etc. Unsere Forschung ist auf Formbildung und Strukturaufklärung von Fluorapatit-Gelatine-Kompositen auf allen Längenskalen ausgerichtet. Durch das Studium an künstlich gewachsenen biomimetischen Modellsystemen versuchen wir den inneren Aufbau und damit die Funktionsweise dieser Biominerale aufzuklären. Außerdem interessieren wir uns für natürliche Ohrsteine, die für den Gleichgewichtssinn im Innenrohr zuständig sind. Im Rahmen eines von der DFG geförderten Sonderforschungsbereichs befassen wir uns mit dem inneren Aufbau natürlicher Knochen, dem Einfluss von systemischen Erkrankungen wie Osteoporose und der Wechselwirkung von Knochenersatzmaterialien mit dem Knochengewebe.

Zuletzt geändert am 10. Februar 2011 Druckversion         Top
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