News:  Halb-Heusler goes Zintl: über ausgeordnete und versteckte Lone-Pairs - ACS Editors’ Choice: ausgewählte Publikation, erscheint in Zeitschrift Inorganic Chemistry

14. April 2015

 

 

Intermetallische Verbindungen des MgAgAs- oder Halb-Heusler-Typs werden im Hinblick auf die Vollbesetzung der Valenzschale oft als 8- bzw. 18-Elektronen-Valenzverbindungen beschrieben. Die Halb-Heusler-Verbindungen aus Hauptgruppenelementen A'AE werden dabei traditionell als gefüllte Zinkblende-Strukturen mit dem polyanionischen Netzwerk [AE] und den Füllatomen A' betrachtet. In dem Artikel von D. Bende, F. R. Wagner und Yu. Grin wird auf Grundlage der quantenchemischen Ortsraumanalyse gezeigt, dass die Fokussierung auf kovalente Wechselwirkungen im polyanionischen Netzwerk nicht für alle A'AE-Verbindungen gerechtfertigt ist. Im Allgemeinen werden polare Bindungen zwischen dem elektronegativsten Element E und seinen acht Nachbarn (4A+4A') vorgefunden. Dies wirft die Frage auf, ob und wie diese hohe Koordinationszahl im Zusammenhang mit der 8–N-Regel und dem Pseudo-Atom-Konzept gesehen werden kann. In dem Artikel wird eine Interpretation polarer Bindungen vorgestellt, die eine konsistente Behandlung von Halb-Heusler-, Zinkblende- und klassischen Zintl-Phasen im Rahmen der 8–N-Regel erlaubt. Polare Bindungen p werden als Mischung (Mischungsverhältnis x) von kovalenten Anteilen x*c' und „versteckt lone-pair- artigen“ Anteilen (1-x)*lp' betrachtet. Die vorgestellte Ortsraumvariante der 8–N Regel erweitert den Rahmen solcher Untersuchungen auf nicht-tetraedrische Partialstrukturen mit höheren Koordinationszahlen und sogar auf Verbindungen mit atomaren Spezies ohne Oktett.

FRW / CPfS

Zur Redakteursansicht