News: Forschung trifft Fußball

15. August 2016
Mit einer Stadionführung für ausländische und deutsche Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik fester Stoffe setzt die internationale Dresdner Forschungseinrichtung gemeinsam mit der SG Dynamo ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt in Dresden.  

Eine neue, ungewöhnliche Freundschaft bahnt sich zwischen zwei sehr unterschiedlichen Dresdner Institutionen an: Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik fester Stoffe (MPI CPfS) und die SG Dynamo Dresden haben sich zusammengetan, um ein Zeichen zu setzen gegen Rassismus und Gewalt. Anlass für die Annäherung des wissenschaftlichen Instituts und der SGD war der Überfall angetrunkener vermeintlicher Fußballfans im Januar dieses Jahres auf ein türkisches Geschäft in Dresden, von dem auch zwei indische Physikerinnen des MPI und der TU Dresden betroffen waren.

Jens Genschmar, Stadtrat und Inhaber des Dresdner Fußball-Museums, führte am Mittwoch ausländische und deutsche Mitarbeiter des MPI CPfS exklusiv durchs DDV‐Stadion. Viele der Wissenschaftler brennen für die SGD. Sie wollen nicht hinnehmen, Fußballfans pauschal als gewaltbereit und rassistisch abzustempeln. So entstand die Idee, gemeinsam für Weltoffenheit und internationale Zusammenarbeit zu werben. Der Leitgedanke: Wissenschaft ist ein internationales Unternehmen – und der Fußball ist es auch. Beide Disziplinen bringen Menschen aus aller Welt zusammen, um gemeinsam etwas zu bewegen. SGD-Sportgeschäftsführer Ralf Minge, selbst langjähriger Spieler bei Dynamo in der Ersten Liga, erzählte viel Interessantes über die glorreiche internationale Vergangenheit des Clubs zwischen 1967 und 1991 und dessen historische Wurzeln. So waren es etwa Gastarbeiter aus England, die 1872 mit dem „Dresden Football Club“ den wohl ersten Fußballclub auf dem europäischen Festland gründeten. Er berichtete aber auch über die Herausforderungen, aus brillanten Einzelspielern ein langfristig spielstarkes, motiviertes Team zu formen, insbesondere unter dem Erwartungsdruck der Öffentlichkeit - Fans und Medien – und der Sponsoren nach unmittelbaren, schnellen Erfolgen. Mit einem Blick auf die bunte Zusammensetzung der Mitarbeiter des MPI betonte er, wie wichtig auch im Fußball eine schnelle Integration neuer Spieler – sportlich, kulturell und sozial - für den Erfolg einer Mannschaft ist. Die anschließende Besichtigung des Stadions mit einem Blick “hinter die Kulissen” und des Museums war sehr spannend und informativ. Nicht unbedingt selbstverständlich ist, wie viele, auch persönliche Komponenten zum Erfolg der SGD beitragen. Wir bedanken uns herzlich bei der SG Dynamo für die Einladung und die interessante Stadionführung – vielleicht der Beginn einer wunderbaren Freundschaft ...

BS, HR / CPfS

Ralf Minge, sportlicher Direktor der SGD, überreicht dem MPI CPfS (Claudia Felser, Andy Mackenzie) das Dynamo Trikot “Love Dynamo – Hate Racism”, in dem die Dynamo-Mannschaft einmal im Jahr zum Spiel antritt. Vielen Dank an Burkhard Schmidt (links) und Jens Genschmar (rechts), die das Treffen für uns organisiert haben.

Die “bunte Gastmannschaft” vom MPI CPfS zu Besuch im Dresdener Dynamo-Stadion.

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